Bei den Weltspielen in Berlin gibt es 16 Unified Sportarten, in denen Athlet*innen mit geistiger Behinderung gemeinsam mit sogenannten Unified Partnern ohne Beeinträchtigung Sport treiben. Dass dabei auch alle Regeln eingehalten werden, darüber wachen die Unified Observer.
Felix Beisler und Kilian Wich sind Unified Observer und beobachten beim Unified Basketball, ob die Teams tatsächlich inklusiv agieren. Gibt es daran Zweifel, müssen Trainer*innen und Mannschaften mit Strafen rechnen.
Felix und Kilian sind zum ersten Mal bei den Special Olympics World Games. Die beiden Erzieher aus der Nähe von Nürnberg haben lange Zeit in einem Unified Basketball-Team gespielt und eine Mannschaft trainiert. Jetzt wechselten sie die Seiten und sitzen bei den Unified Basketballspielen am Kampfgericht.

Bei uns gibt es im Basketball Unified Wettbewerbe für Männer/Mix- und für Frauen-Mannschaften.
Die Observer sollen festzustellen, ob tatsächlich alle Athlet*innen gleichberechtigt am Spiel teilnehmen. Felix und Kilian haben jeweils ein Tablet vor sich und können dort in einer App ihre Beobachtungen zum Verhalten der Akteure notieren.
Sie erfassen akribisch, wer gerade auf dem Spielfeld ist, wer ein- und ausgewechselt wird. Am Ende des Spiels lässt sich so genau feststellen, wer wie viele Minuten auf dem Spielfeld war.
„In den ersten drei Vierteln des Spiels müssen alle Mitglieder des Teams mal gespielt haben", erklärt Felix. Es wird weiterin überwacht, dass von den fünf Spieler*innen immer drei Aktive mit und nur zwei ohne Behinderung sind.
„Wir müssen das Spiel genau verfolgen und prüfen, ob es ein zu dominantes Verhalten eines einzelnen Spielers gibt, das unter Umständen sanktioniert werden muss", erklärt Kilian.
In den ersten drei Vierteln des Spiels müssen alle Mitglieder des Teams mal gespielt haben.
Sollte das einmal der Fall sein, dann wird als erstes eine Verwarnung ausgesprochen. Reicht das nicht aus, erhält der Spieler oder die Spielerin eine gelbe Karte, die aber nach dem Spiel gestrichen wird.
Rote Karten erhalten immer nur die Coaches, aber die gelten dann für das gesamte Turnier. Bei der zweiten roten Karte muss der Coach das Spielfeld verlassen, bei der dritten roten Karte zählt das Spiel als verloren und mit der vierten roten Karte wird das Team disqualifiziert.

Doch soweit soll es erst gar nicht kommen. „Mit unserer Arbeit wollen wir erreichen, dass die Mannschaften den Unified-Gedanken verinnerlichen und das Spiel dann in diesem Sinne gestalten" , sagt Kilian.
Vor jedem Spiel werde darüber mit den Teams gesprochen. „Da alle Spieldaten stets mit den Tablets elektronisch erfasst werden, können diese dann von den insgesamt 20 Obervern beim Basketball eingesehen und für die Vorbereitung auf das nächste Spiel genutzt werden", erklärt Felix. So könne gut erkannt werden, ob ein Team vielleicht problematisch ist.
Den beiden Observern macht ihre Arbeit in Berlin großen Spaß. „Das ist ein tolles Erlebnis, wir sammeln internationale Erfahrungen und haben schon viel gesehen", sagen Felix Beisler und Kilian Wich übereinstimmend.
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