Wir haben mit Maximilian Kröber gesprochen, Weltspiele-Mitarbeiter und Tischtennisathlet. Wir sprachen über die Arbeit im LOC (Local Organizing Comittee), seinen Perspektivwechsel als Sportler hinter die Kulissen zu wechseln und die Besonderheit der Weltspiele für Athlet*innen.
Wann und wie bist du zum Tischtennis gekommen?
Mit 16 Jahren habe ich erst angefangen. Also, recht spät. Verhältnismäßig viel zu spät und dann durch Zufall eigentlich, weil ein Trainer mich gefragt hatte, ob ich schon im Verein spiele und dann wollte ich das ausprobieren.
Was macht dir besonders viel Spaß beim Tischtennis?
Alles, was mit Tempo zu tun hat. Ich stehe voll auf Geschwindigkeit und auf Tischtennis als schnelle Rückschlagsportart.
Was waren deine persönlich größten Erfolge?
Ich wurde 2019 Europa-Vizemeister im Team Deutschland bei den Paralympics in Schweden.
Über die Mitarbeit im LOC
Wie bist du zum LOC gekommen?
Durch meinen Leichtathletiktrainer. Er ist im Behindertensportverband für mich zuständig. Er hat dann gesagt: „Schau dir doch mal die Webseite an und bewirb dich“. Dann habe ich mich beworben und es hat geklappt – im Oktober 2021.
Was sind deine Aufgaben im LOC und welche gefällt dir am besten?
Ich bin im Personalbereich tätig. Ich mache dort alles, bin Allrounder. Hauptsächlich aber verantwortlich für die Registrierungen von Mitarbeiter*innen. Ich arbeite in Teilzeit 20 Stunden im LOC.
Grundsätzlich bin ich gerne aktiv und draußen. Daher macht mir die Aufgabe der Registrierung für unsere Mitarbeiter*innen beim Landesamt für Einwanderung besonders viel Spaß. Aber auch mit Leuten reden, wenn diese Probleme haben, da bin ich gerne der Ansprechpartner.
Du kennst als Sportler Sportveranstaltungen und bist jetzt Mitorganisator. Wie ist das für dich, hinter den Kulissen alles mitzubekommen?
Ich wusste immer, dass es viel hinter den Kulissen gibt, aber dass sich die Leute oder die Abteilungen nur mit einem Thema beschäftigen, das war mir so nicht klar. Ich habe mehr Verständnis dafür entwickelt, wenn Dinge etwas länger dauern oder Probleme nicht immer sofort gelöst werden können.
Was ist dir wichtig in der Zusammenarbeit mit Kollegen*innen?
Menschen mit Behinderung nicht in Kindersprache ansprechen, sondern gleichbehandeln, beziehungsweise so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Ich finde es wichtig, dass man Menschen gleichberechtig behandelt. Anstatt zu sagen: Den müssen wir behutsam ansprechen. Das hatte ich jahrelang und das hat mir gar nicht gefallen. Also: Menschen mit Behinderung nicht in Kindersprache ansprechen, sondern gleichbehandeln, beziehungsweise so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.
Das heißt auch, nicht zu sagen: „Er kann das nicht", sondern: „Ich mache das mit ihm zusammen." Beim zweiten Mal kann man es ihn dann alleine machen lassen oder ihm über die Schulter schauen.
Mir ist auch wichtig, dass ich nicht in eine Schublade gesteckt werde. Ich kenne viele Menschen mit Autismus, die wirklich viel können. Manche urteilen nur, weil sie diese Wesensart nicht so gut kennt oder noch nicht so viel davon gehört haben.
Über #Berlin2023
Worauf freust du dich persönlich am meisten bei den Special Olympics World Games 2023?
Ich bin ein Mensch, der sich gerne Sachen anguckt, vor allem wie sehr sich Athlet*innen freuen. Ich freue mich drauf zu sehen, wie alle Bock drauf haben und dass es egal ist, ob sie gewinnen oder verlieren.

Zum Beispiel, wenn ein Tor gemacht wird und dann freut sich das gegnerische Team auch, weil es ein guter Ball war oder ein super Tor.
Und vom Rahmenprogramm?
Auf die Abschlussfeier freue ich mich auch sehr. Und vor allem Menschen zu sehen, die sich einfach freuen hier zu sein. Das ist mir glaube ich am Wichtigsten.
Was (denkst du) bedeuten die Weltspiele für die Athlet*innen?
Neue Reize setzen! Viele kennen nur ihre Umgebung, den Weg zur Halle, zur Arbeit. Aus der eigenen Bubble und Komfortzone rauszukommen bedeutet, sich als Mensch und Sportler weiterzuentwickeln – egal ob bei den Paralympics oder Special Olympics. Und dass sie sehen, dass andere Menschen die gleiche Faszination haben. Und dass neue Freunschaften geschlossen werden, da sie über 9 Tage zusammen verbringen werden.
Hast du berufliche und sportliche Ziele für die Zukunft?
Das sportliche Ziel ist klar: wieder in den Hochleistungssport einzusteigen. Ich habe das jetzt drei Jahre lang vernachlässigt, drei Jahre Training nachzuholen ist schwer, aber möglich.
Arbeitsmäßig: die Spiele gut zu Ende zu bringen und gute Spiele für die Athlet*innen und Coaches zu liefern. Das sind erstmal die Ziele.

Zur Person
Name: Maximilian Kröber
Lieblingssport: Radfahren und Gewichtheben
Lieblingsstadt: Bacelona (Spanien)
Lieblingstier: Katze
Teil der Special Olympics Familie seit: 2021
Danke, Max!