Die Gesundheitsversorgung von Menschen mit geistiger Behinderung nachhaltig verbessern – das ist das Ziel des Healthy Athletes® Programms, welches auch im Rahmen der Weltspiele stattfindet und heute im CityCube der Messe Berlin feierlich eröffnet wurde.
Neben den verschiedenen Sportwettbewerben können Athlet*innen aus aller Welt während der Special Olympics World Games Berlin 2023 an unserem Gesundheitsprogramm Healthy Athletes® teilnehmen, welches heute unter anderem von Gesundheitsminister Karl Lauterbach eröffnet wurde.
Er fand lobende, aber auch mahnende Worte: „Das Programm ist vorbildlich.“ Gleichzeitig kritisierte er die weltweite medizinische Unterversorgung von Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen. „Wir schulden ihnen mehr, als wir ihnen geben“, so Lauterbach.
Während der Special Olympics World Games in Berlin werden über den gesamten Wettbewerbszeitraum hinweg Untersuchungen in sieben Gesundheitsbereichen angeboten, die allesamt großen Zulauf finden.

Im Bereich Health Promotion beispielsweise steht die Gesundheits- und Ernährungsberatung im Mittelpunkt. Clinical Direktorin Marion Giesecke aus Sachsen-Anhalt hat in jeder Schicht 80 Ärzt*innen, Diätassistent*innen und geschulte Volunteers an ihrer Seite.
„Unser Schwerpunkt ist das Thema Ernährung. Dabei nutzen wir Lebensmittelattrappen und besprechen mit Athlet*innen, was gesunde Ernährung sein kann", sagt sie.
Im Rahmen der Weltspiele ist auch Podologe Manfred Berchthold aus dem Allgäu im Einsatz, der die Füße unserer Athlet*innen untersucht. Gerade bekommt er die Nachricht, dass eine Sportlerin Schuhe in der Größe 41 trägt, obwohl sie eine 44 haben müsste. „Ganz oft sind die Schuhe entweder zu klein oder zu groß", sagt er.
Um die Situation besser einschätzen zu können, wird vor Ort von den Füßen ein sogenannter Blauabdruck gemacht. Außerdem erhalten alle einen kurzen Statusbericht. Beides kann dann zu Hause zur weiteren Behandlung genutzt werden.

An den Stationen gibt es Informationsmaterial in sieben Sprachen, das man sich mitnehmen kann. Apropos Sprache. Weil Athlet*innen aus 190 Ländern an dem Programm teilnehmen, muss manches Mal eben auch improvisiert werden.
Es ist jedoch wichtig zu betonen: Nicht nur die Athlet*innen und Delegationsmitglieder werden im Rahmen unseres Gesundheitsprogramms geschult. Auch die Fachleute aus dem medizinischen Bereich können hier viel dazu lernen und ihre Arbeit mit Menschen mit Behinderungen verbessern.
Zum Hintergrund des Programms und den einzelnen Disziplinen gibt es hier weitere Informationen.